München, 26.01.2005

Der Ausländerbeirat informiert:

Unterschriftenkampagne des Ausländerbeirates
für den Erhalt des Muttersprachlichen Ergänzungsunterrichts


Muttersprache = Menschenrecht tituliert der Ausländerbeirat München seine Unterschriftenkampagne, mit der er gegen die von der Staatsregierung beschlossene Abschaffung des muttersprachlichen Ergänzungsunterrichts (MEU) protestiert.

Bislang wird der MEU in den verschiedensten Muttersprachen von Albanisch über Kroatisch, Portugiesisch, Russisch bis hin zu Türkisch außerhalb des normalen Unterrichts angeboten. Die Schülerinnen und Schüler ausländischer Herkunft haben so die Möglichkeit, ihre Muttersprache zu erlernen und Kenntnisse über die Kultur ihres Heimatlandes zu erhalten. Darüber hinaus ist es wissenschaftlich erwiesen und völlig unstrittig, dass die gute Beherrschung der Muttersprache das A und O für den weiteren Spracherwerb, also auch für das Erlernen der deutschen Sprache, ist.
Dem Kultusministerium sind diese Fakten bekannt. Trotzdem soll der MEU im Laufe der nächsten fünf Jahre zurückgefahren und schließlich abgeschafft werden.

Der Ausländerbeirat protestiert gegen dieses Vorhaben. Die Abschaffung des MEU ist nicht nur ein konkreter Unterrichtsverlust für die vielen Schüler/innen ausländischer Herkunft; sie zeigt auch, wie wenig Wertschätzung die verschiedenen Muttersprachen in dieser Einwanderungsgesellschaft erfahren.

Bis zum 25. Februar können ausgefüllte Unterschriftenlisten beim Ausländerbeirat abgegeben werden. Cumali Naz, der Vorsitzende des Ausländerbeirats, wird sie dann zusammen mit ausländischen Vereinen dem Kultus-ministerium überreichen.

Die Flyer sind über die Geschäftsstelle, Burgstr. 4 oder die Homepage (Flyer und Unterschriftenliste) erhältlich; weitere Informationen unter 233-21598.